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Elsa Meyer
Gemeinderätin
„Ärde" u „Härd“
Personen die wissen was sie tun, die mit beiden Beinen im Leben stehen, bezeichnen wir als geerdet. Mit der Erde verbunden gilt als solide und sicher.
In meinem ursprünglichen Dialekt wird „Ärde“ nicht weiter differenziert und bedeutet sowohl Erde als Untergrund wie auch als Planet. Im Berndeutschen hingegen wird unterschieden zwischen „Härd“ und "Ärde“. Die feinen Unterscheidungen dieser Mundart faszinieren mich immer wieder.
Den „Härd“ können wir umpflügen, in der Hand halten und bearbeiten; wir haben ihn unter den Füssen. Die „Ärde“ dagegen ist für uns nicht fassbar. Sie entzieht sich unserer Kontrolle. Die Erde, also die Welt, können wir nicht wie ein Stück Boden beherrschen. Sie ist zu gross und zu vielfältig für unsere Perspektive. Keiner kann behaupten, die Welt begriffen zu haben. Im Alltag kann es uns helfen, unsere Grenzen zu akzeptieren, wenn wir uns des Unterschiedes zwischen “Härd“ und „Ärde“ bewusst sind. „Wär si Härd kennt, verschteit möglicherwis o e chli öppis vor ganze Wäut – er isch gärdet.
Elsa Meyer
Gemeinderätin


